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Birsfelder Anzeiger - Freitag, 26. August 2011 Nr. 34 - Seite 3
Ritterturnier auf dem Wasser bot heisse Duelle
Die erste Ausgabe des Schifferstechens lockte die Massen an – zwei Politiker
kämpften zum ersten Mal auf Schiffen gegeneinander.
Von Benjamin Wieland
Die Lanzen waren aus Bambus statt aus Stahl, als Pferde dienten Weidlinge,
und die Kontrahenten waren Zivilisten und keine Ritter. Trotzdem: Das
Schifferstechen vom vergangenen Samstag brachte einen Hauch von Mittelalter auf
die Kraftwerkinsel – und die Zuschauer kamen in Scharen. Sieger war natürlich
derjenige, der trocken blieb. Oft waren dies beide Kämpfer, denn die meisten
Duellanten standen zum ersten Mal mit einer Lanze auf einem Schiff, und da ihnen
sichtlich die Übung fehlte, verfehlten viele ihren Gegner.
Das verwundert nicht, schliesslich war es das erste Schifferstechen in der
Region Basel – ganz im Gegensatz zu Zürich, wo das Schifferstechen eine
Tradition darstellt: In der Limmatstadt ist es das erste Mal für das Jahr 1576
dokumentiert.
WFV machte sofort mit
Die Basler Zunft zu Schiffleuten hatte es sich vor zwei Jahren zur Aufgabe
gemacht, das Schifferstechen auch in der Nordwestschweiz zu etablieren. Was bot
sich dazu besser an als der Stausee?, dachten sich die Zunftbrüder und klopften
beim Wasserfahrverein Birsfelden (WFV) an, um diesen als Partner zu gewinnen.
WFV-Präsident Stefan Herger erinnert sich: «Wir fanden das sofort eine gute Idee
und machten uns an die Aufgabenteilung.» Die Schiffleute kümmerten sich fortan
um das Sportliche – der WFV bestellte die Festwirtschaft und brachte seine
Erfahrungen auf dem Stausee in die Planungen ein.
An der Premiere klappte dann alles wie am Schnürchen. André Auderset,
Medienverantwortlicher des Anlasses, zeigte sich zufrieden: «Wir waren
überrascht vom grossen Zuspruch. 48 Leute machten mit – gerechnet hatten wir mit
32.» Einen der Duellanten kannte Auderset gut: Es war Franz Haerri, Meister der
Zunft zu Schiffleuten und sozusagen sein Chef.
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Das waren die Besten
Aktive 1. Fabian Sacher, WFV
Rhyburg-Möhlin 2. Pan Thurneysen, Zunft zu
Schiffleuten 3. Franz Amann, Rhein Club Basel
Junioren 1. Ramon Rauber, Basler
Pontoniere 2. Jonas Gutjahr, Basler Pontoniere 3.
Till Römmelt, Nautischer Club
Basel
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 Wackelige
Angelegenheit auf dem Stausee: Die Begegnung zwischen Claudio Sorman
(Gewinner)und Pascal Neuenschwander (blaue Hose / Verlierer) endet für beide
«Ritter» mit einem Wasserbad. - Foto Manfred Nassi
Haerri bewies, dass seine Zunft das Wort Schiff zu Recht im Namen trägt: Er
stiess zwei Kollegen ins Wasser, nämlich Hansjörg Plüss, Meister der Zunft zu
Fischern, und Rolf Plattner, Meister der Zunft zu Schmieden.
Zweitausgabe im Jahr 2013
Eine andere süffisante Angelegenheit war das Duell zwischen Nationalrat Beat
Jans (SP) und dem «höchsten Basler», Grossratspräsident Markus Lehmann (CVP).
Lehmann, der bekanntlich auch für den Nationalrat kandidiert, besiegte seinen
Konkurrenten auf dem Wasser. Ob ihm das auf festem Boden auch gelingt, das
werden die Wahlen im Oktober zeigen …
Ein bisschen länger warten muss man auf das nächste Schifferstechen: Die
zweite Ausgabe soll im Jahr 2013 stattfinden. |